PISA: Waldorfschüler schneiden beim Problemlösen besonders gut ab

April 2014

Francesco Avvisati, Mitarbeiter im französischen PISA-Team, erklärt in einem Interview für die österreichische Zeitung »Der Standard«, warum Waldorfschüler beim Problemlösen besonders gute Ergebnisse erzielen.

Das Lösen von Problemen setzt die Fähigkeit voraus, intuitiv vorzugehen und dabei Zweifel und Ungewissheit zuzulassen, sowie die Bereitschaft, mit einer unklaren und nicht strukturierten Situation umzugehen, um fehlende Informationen aktiv zu suchen. Avvisatti sieht eine der Voraussetzungen für hohe Problemlösungskompetenz in guten Mathe- und Lesekenntnissen. Daneben spiele hohe Erwartungen an den Bildungserfolg der Schüler eine Rolle, sowie gut vorbereitete Lehrkräfte und der Wille, die besten Mittel dort einzusetzen, wo sie am meisten gebraucht werden. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Lehrpläne: sind diese so gestaltet, dass sie selbstständiges Lernen, Beobachten und Forschen fördern, wirkt sich dies erkennbar auf die Leistungen der Schüler aus.

Dies gilt offenbar besonders für Schulen in freier Trägerschaft (in Österreich sogenannte »Statutschulen« mit eigenem Lehrplan wie die Waldorf- und Montessorischulen, ansonsten nicht-staatliche oder freie Schulen). Die Unterrichtsmethoden in diesen Schulen fördern laut Avvisati die Fähigkeit der Schüler zur selbstständigen Problemlösung stärker als diejenigen der Staatsschulen. 

Quelle: derStandard.at, 1.4.2014

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