Impfen: Besser erst nach dem ersten Lebensjahr

November 2016

Mehr als 450 Eltern und Interessierte kamen am 11. November 2016 in Hamburg im Gebäude der Patriotischen Gesellschaft zusammen, um sich von drei erfahrenen Kinderärzten über Pro und Contra des Impfens informieren zu lassen.

Foto: © Markus Köller, Die Lounge

Die drei Münchner Ärzte Dr. Martin Hirte, Dr. Steffen Rabe und Georg Soldner plädieren seit vielen Jahren für eine individuelle, auf die Situation der Familie abgestimmte Impfentscheidung.

Wogegen soll ich mein Kind impfen? Und wann? Das sind Fragen, mit denen alle frischgebackenen Eltern konfrontiert sind. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (StIKo), schon nach acht Lebenswochen mit einer Sechs- oder Siebenfachimpfung zu beginnen, die dann dreimal wiederholt werden muss. Darin enthalten sind Wirkstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenza B (HiB) und Hepatitis B. »Mit allem kann man bis nach dem ersten Lebensjahr warten, um dem empfindlichen Immunsystem des Kindes die Gelegenheit zu geben, sich zu stabilisieren«, sagt Georg Soldner. Frühes Impfen, das haben Studien gezeigt, fördert Allergien, das als Wirkungsverstärker zugesetzte Aluminium ist toxisch für das Immun- und Nervensystem. Nach dem ersten Lebensjahr ist das Immunsystem des Kindes nicht mehr so störbar. Impfungen werden dann besser vertragen, ohne dass die Immunantwort leidet.

Es gebe nirgendwo eine vergleichende Studie, die zeigen würde, dass Kinder gesünder groß werden, wenn sie sehr früh gegen sieben Krankheiten immunisiert werden, betonte Soldner. Wohl aber gebe es Hinweise, die nachdenklich machen: So erkrankten beispielsweise in einer norddeutschen Kinderarztpraxis von dreijährigen Kindern, die nach StIKo geimpft wurden, 8,5 Prozent an Asthma. Wurden die Kinder vorwiegend nach dem 1. Lebensjahr geimpft, waren es nur noch 2 Prozent, von den bis dahin Ungeimpften waren es nur 0,5 Prozent. Auch in Entwicklungsländern verbesserten die typischen Impfstoffe für das 1. Lebensjahr das Gesamtüberleben nicht. Demgegenüber hat die Masernimpfung in Ländern mit Armut und Unterernährung sehr deutlich zur Senkung der Kindersterblichkeit beigetragen. Aber auch diese Impfung wirkt zuverlässiger, wenn sie erst mit 18 Monaten verabreicht wird.    

Alle drei Kinderärzte empfehlen, dass die Eltern selbst entscheiden sollten, wann und wogegen sie impfen. Viele Impfstoffe gibt es auch als Einzel-Impfung, so dass ein gezieltes Vorgehen möglich ist. »Dogmen haben beim Impfen keinen Platz«, sagte Dr. Martin Hirte. »Es gibt nicht nur ja oder nein, jedes Elternpaar muss selbst überlegen und entscheiden.« Dies umso mehr, als sich die Empfehlungen ausschließlich auf Studien der Impfstoff-Hersteller stützen. »Es gibt keine unabhängige Impfstoff-Forschung – Impfungen sind hinsichtlich ihrer Sicherheit am schlechtesten untersuchten Arzneimittel, die Risiken werden noch nicht einmal halbherzig erforscht. Es wird auch nicht gegen Placebo getestet, sondern immer nur ein neuer Impfstoff gegen einen alten, das würde man bei keinem Medikament durchgehen lassen.« Welche Seren angeboten und welche Studien aufgelegt werden, entscheiden allein die Pharma-Konzerne. 

Dies erscheint umso bedenklicher, als kaum ein anderes europäisches Land so früh so viele Impfungen empfiehlt wie die StIKo. »In den 19 Ländern Westeuropas gleicht keine Impfstrategie der anderen«, sagte Dr. Steffen Rabe. »90 Prozent der europäischen Kinder sind nicht nach den StIKo-Empfehlungen geimpft, es gibt beim Impfen – anders als bei vielen anderen medizinischen Verfahren – keinen internationalen Standard.«

Die Veranstaltung wurde organisiert von dem Bürger- und Patientenverband GESUNDHEIT AKTIV e. V., Berlin, in Kooperation mit der Victor Thylmann Gesellschaft, Hamburg.

Weitere Infos unter: https://www.individuelle-impfentscheidung.de

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Startschuss für einen weltweiten (Spenden-) Lauf am 9.9.2019

Im Rahmen unseres Kernprojekts »Lauf um die Welt« kommen am 9.9.2019 die Staffeln 1 und 2 bei einem Sternlauf auf dem Tempelhofer Feld in Berlin... [mehr]

Film: Waldorf global – Eine Schule geht um die Welt

Was haben NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Medizin-Nobelpreisträger Thomas Südhof und die Schauspielerin Sandra Bullock gemeinsam? Sie sind... [mehr]

Online-Petition zur Einführung der Schrift

Handschriftprobleme hindern immer mehr Schüler daran, in der Schule erfolgreich zu sein. Die Handschrift wird nicht mehr intensiv genug gelehrt und... [mehr]

Finanzielle Förderung für künftige Waldorflehrer

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn hat in Zusammenarbeit mit dem Bund der Freien Waldorfschulen eine Förderung für... [mehr]

Hamburg feiert am 13. September 100 Jahre Waldorfpädagogik

Im September 2019 feiert die erste Waldorfschule ihren 100. Geburtstag. Was als Bildungsangebot für Arbeiterkinder der Waldorf... [mehr]

100 Jahre Waldorf. Ein Fest in Frankfurt – ein Fest für Hessen – ein Fest für die ganze Welt

Mit einem rauschenden Fest haben die hessischen Waldorfeinrichtungen am 15. Juni in und vor der Alten Oper Frankfurt 100 Jahre Waldorfpädagogik... [mehr]

Faustepoche 2020 am Goetheanum für Schüler

Goethes FAUST ist immer noch das meist gespielte, bekannteste und rätselhafteste Drama deutscher Sprache: ein gewaltiges Wortgebirge, das Leser und... [mehr]

Konzerte Junge Waldorf Philharmonie

Dieses Jahr wird die Waldorfbewegung mit der Gründung der ersten Waldorfschule 1919 in Stuttgart 100 Jahre alt. Auch die Junge Waldorf Philharmonie... [mehr]

Drogenkonsum an Waldorfschulen

Ein Dresdner Waldorfschüler führt im Rahmen einer 12.-Klassarbeit eine Umfrage zum Drogenkonsum an Waldorfschulen durch. Sie richtet sich an Schüler... [mehr]

Für einen sachorientierten Blick auf Impfungen

Die Medizinische Sektion am Goetheanum und die Internationale Anthroposophische Ärztevereinigung halten fest: Anthroposophische Medizin vertritt... [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 1231

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen