Schulen öffnen – Zukunft sichern!

Von Redaktion, Juli 2021

Der Bund der Freien Waldorfschulen fordert für die Zeit nach den Sommerferien ein klares Bekenntnis zu offenen Kindertagesstätten und Schulen. Erwachsene könnten sich inzwischen selbst schützen. Ein interdisziplinärer Expertenrat zur Anpassung der Strategie der Pandemiebekämpfung sei überfällig.

Foto: © Charlotte Fischer

Damit Schulen und Kindertagesstätten im Herbst und Winter geöffnet bleiben – was erklärtes Ziel der Kultusministerkonferenz ist –, müssten Bund und Länder jetzt ein interdisziplinäres Expertenteam einrichten, das die Rechte der jungen Menschen auf Entfaltung und Bildung in Gemeinschaft vorrangig bewerte.

»Kinder und Jugendliche werden durch fortgesetzte Schul- und Kindergartenschließungen schwerer geschädigt als durch COVID 19«, stellt Nele Auschra, die Sprecherin des Bundes der Freien Waldorfschulen fest. »Es kann nicht sein, dass in einer Gesellschaft, in der jeder Erwachsene ein Impfangebot erhält und sich und das Gesundheitssystem dadurch vor einem schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung schützen kann, die Schulöffnung weiterhin mit Verweis auf die Delta-Variante von Inzidenzzahlen oder womöglich einer Impfung von Kindern und Jugendlichen abhängig sein soll«, fügt sie hinzu.

Der Kinder- und Jugendarzt Georg Soldner unterstützt die Forderung des Bundes: »Die Erkenntnis, dass wir lernen müssen, mit dem SARS-CoV-2-Virus dauerhaft zu leben, setzt sich immer mehr durch. Kinder und Jugendliche sind nach heutigem Stand durch COVID 19 weniger gefährdet als durch die Grippe (Influenza). Schul- und Kindergartenschließungen gefährden die seelische und körperliche Gesundheit der Kinder mehr als das Virus. Es ist absurd, Kindern und Jugendlichen weiterhin zum Nutzen anderer Opfer zuzumuten, während Erwachsene wieder zu Zehntausenden in Fußballstadien eingelassen werden.«

Gemeinsam mit den medizinischen Fachleuten, zu denen Virologen und Epidemiologen, aber auch Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater sowie Vertreter der Jugendhilfe gehören sollten, müssten Bildungs- und Erziehungswissenschaftler variable und pragmatische Lösungen für offene Schulen und Kindertagesstätten erarbeiten. »Nur wenn Kinder und Jugendliche sowie Studierende wieder einen regelmäßigen, breiten und sicheren Zugang zu Bildung in sozialer Gemeinschaft erhalten, können sie sich altersgemäß und gesund entfalten«, betonen Auschra und Soldner.

Der Auftrag an die Politik sei klar: Entscheidungen für die Pandemiebewältigung dürften nicht auf die Bundestagswahl ausgerichtet sein und auf dem Rücken der Noch-Nicht-Wähler ausgetragen werden. Hygienemaßnahmen müssten auf Nutzen und Nebenwirkungen für die Gesundheit der betroffenen Kinder evidenzbasiert geprüft sein. Sie dürften die jungen Menschen und den Unterricht nicht noch länger behindern. Distanzlernen und hybride Unterrichtsformen ersetzten nicht den Präsenzunterricht, den die Gesellschaft ihrer jungen Generation schulde.

Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen

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