Waldorf auf der didacta 2016

Februar 2016

Veränderte Bedingungen von Kindheit, auf die sich die Schulen einstellen müssen, sind in diesem Jahr Thema des Auftritts der Waldorfschulen und -kindergärten auf der Bildungsmesse didacta vom 16. bis 20. Februar 2016 in Köln. Die Messe dient außerdem auch der Gewinnung von WaldorflehrerInnen, da an den Waldorfschulen in Deutschland pro Jahr rund 600 Stellen neu zu besetzen sind.

Am Stand der Waldorfschulen und -kindergärten können sich Interessenten über Zulassungsvoraussetzungen, Fächer und Wege zur Waldorflehrerbildung informieren. Insgesamt stehen in Deutschland elf Studienorte für Voll- und Teilzeitausbildungen zur Verfügung. WaldorflehrerInnen sind zufriedener mit ihrem Beruf als ihre KollegInnen an staatlichen Schulen. Eine große Rolle spielt dabei ihre Gestaltungsfreiheit, wie die Ergebnisse einer neueren wissenschaftlichen Studie nahelegen.

In den Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen am Stand werfen die ReferentInnen einen Blick auf die verschiedenen Veränderungen, denen Kindheit heute unterliegt. Gerade im Hinblick auf die vielbeobachteten Beziehungsprobleme in Schulen und Kindergärten sieht Dr. Wolfgang Saßmannshausen von der Vereinigung der Waldorfkindergärten einen Schlüssel darin, die realen Erwartungen der Kinder an die Erwachsenen in den Blick zu nehmen, so seine These im Referat am Elternsamstag auf der didacta.

Thematisiert wird außerdem die verstärkte Mediennutzung und die Umgang der Schulen damit. Wie Franz Glaw, BdFWS-Vorstandsmitglied und Verantwortlicher für den Arbeitskreis »Medienmündigkeit und Waldorfpädagogik« in seinem Vortrag darlegt, zeigt die Waldorfpädagogik einen Weg zum sinnvollen Einsatz vielfältiger Medien, der sich an der Entwicklung des Kindes orientiert. Ziel ist dabei nicht nur Medienkompetenz, sondern eine umfassende Mündigkeit im Umgang mit den neuen Technologien.

Bernd Ruf von der internationalen Waldorforganisation »Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.« widmet sich in seinem Vortrag der Frage, wie Waldorfpädagogik Flüchtlingskindern bei der Bewältigung von Traumata helfen kann. Als Sonder- und Waldorfpädagoge hat Ruf seit 2006 die notfallpädagogische Krisenintervention der Waldorfpädagogik mit entwickelt und aufgebaut, sie kam schon in vielen Kriegs- und Katastrophenregionen der Welt zum Einsatz. Am Beispiel der Willkommensklassen im Parzival-Schul-Zentrum Karlsruhe zeigt er auf, wie das Modell einer Beschulung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aussehen kann.

Eine Diskussionsrunde mit Lehrern und einer Schulärztin von Waldorfschulen, die Flüchtlingsklassen bzw. -kinder oder -jugendliche aufgenommen haben, dient dem Austausch von Erfahrungen zu diesem Thema und wirft die Frage auf, wie gut die Waldorfschulen für die Aufnahme von Flüchtlingskindern gerüstet sind. Teilnehmerin ist auch Barbara Schiller von der Organisation StART international, die wie die Freunde der Erziehungskunst Fortbildungen für WaldorflehrerInnen zu den Themen Traumabewältigung und Interkulturalität anbietet.

Zu den veränderten Bedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen, gehört auch die abnehmende Erfahrung mit Naturprozessen. Hier bilden die Schulgärten der Waldorfschulen und die Versorgung von Nutztieren ein Gegengewicht. Rebecca Schmitz von Mellifera e.V. zeigt in ihrem Vortrag auf der didacta, wie Bienen in den Schulgärten eingesetzt werden können. Ihre Initiative »Bienen machen Schule« bringt ImkerInnen und PädagogInnen zusammen und gibt vielfältige Anregungen zur Bildungsarbeit mit Bienen.

Die Details des didacta-Programms finden sich auf der Homepage von Waldorfpädagogik aktuell.

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Startschuss für einen weltweiten (Spenden-) Lauf am 9.9.2019

Im Rahmen unseres Kernprojekts »Lauf um die Welt« kommen am 9.9.2019 die Staffeln 1 und 2 bei einem Sternlauf auf dem Tempelhofer Feld in Berlin... [mehr]

Film: Waldorf global – Eine Schule geht um die Welt

Was haben NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Medizin-Nobelpreisträger Thomas Südhof und die Schauspielerin Sandra Bullock gemeinsam? Sie sind... [mehr]

Online-Petition zur Einführung der Schrift

Handschriftprobleme hindern immer mehr Schüler daran, in der Schule erfolgreich zu sein. Die Handschrift wird nicht mehr intensiv genug gelehrt und... [mehr]

Finanzielle Förderung für künftige Waldorflehrer

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn hat in Zusammenarbeit mit dem Bund der Freien Waldorfschulen eine Förderung für... [mehr]

Hamburg feiert am 13. September 100 Jahre Waldorfpädagogik

Im September 2019 feiert die erste Waldorfschule ihren 100. Geburtstag. Was als Bildungsangebot für Arbeiterkinder der Waldorf... [mehr]

100 Jahre Waldorf. Ein Fest in Frankfurt – ein Fest für Hessen – ein Fest für die ganze Welt

Mit einem rauschenden Fest haben die hessischen Waldorfeinrichtungen am 15. Juni in und vor der Alten Oper Frankfurt 100 Jahre Waldorfpädagogik... [mehr]

Faustepoche 2020 am Goetheanum für Schüler

Goethes FAUST ist immer noch das meist gespielte, bekannteste und rätselhafteste Drama deutscher Sprache: ein gewaltiges Wortgebirge, das Leser und... [mehr]

Konzerte Junge Waldorf Philharmonie

Dieses Jahr wird die Waldorfbewegung mit der Gründung der ersten Waldorfschule 1919 in Stuttgart 100 Jahre alt. Auch die Junge Waldorf Philharmonie... [mehr]

Drogenkonsum an Waldorfschulen

Ein Dresdner Waldorfschüler führt im Rahmen einer 12.-Klassarbeit eine Umfrage zum Drogenkonsum an Waldorfschulen durch. Sie richtet sich an Schüler... [mehr]

Für einen sachorientierten Blick auf Impfungen

Die Medizinische Sektion am Goetheanum und die Internationale Anthroposophische Ärztevereinigung halten fest: Anthroposophische Medizin vertritt... [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 1231

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen