Waldorfkindergärten begrüßen BGH-Entscheidung

Juli 2017

Die Vereinigung der Waldorfkindergärten hat die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zugunsten der gemeinnützigen Vereine mit Erleichterung aufgenommen. Der Zweck der Waldorfkindergärten sei von jeher ideeller Natur gewesen.

Aus der Sicht der Kindergartenvereinigung bestand die Gefahr, dass Elterninitiativen nicht mehr willens sind, eine Kindertagesstätte zu begründen, wenn an die formalen Voraussetzungen immer höhere Anforderungen gestellt werden. »Das Urteil des BGH hat hier folgerichtig klargestellt, dass der Beurteilungsmaßstab an den Zweck der Einrichtung angelegt werden muss, dieser ist bei Waldorfkindergärten von jeher ideeller Natur«.

Seit der Entscheidung des Berliner Kammergerichts aus dem Jahr 2011 sei die Rechtslage bezüglich der Eintragungsfähigkeit von Kindertagesstätten in das Vereinsregister unklar gewesen. Die Versagung des Eintrags und der Anerkennung einer Berliner Kita als Idealverein habe zu Unsicherheiten bei Betreibern und Gründungswilligen von Waldorfkindergärten geführt, weil sich die Frage gestellt habe, ob die in der Regel von Eltern getragene Initiative eines Waldorfkindergartens in erster Linie als wirtschaftlicher Betrieb einzuordnen ist.

»Selbstverständlich wird die Wirtschaftlichkeit eines Waldorfkindergartens von den Trägern der Einrichtung mit großer Sorgfalt behandelt und von der Vereinigung der Waldorfkindergärten ebenso fachlich begleitet wie die pädagogische Arbeit«, betont die Vereinigung der Waldorfkindergärten in ihrer Stellungnahme.

Ideeller Zweck entscheidend

Behörden in Berlin waren dazu übergegangen, Kindertagesstätten aufgrund ihrer Beitragseinnahmen primär als Wirtschaftsbetriebe einzustufen und ihre Organisation als gemeinnützige Vereine infrage zu stellen. Dieser auch andernorts um sich greifenden Behördenpraxis hat der BGH jetzt einen Riegel vorgeschoben: Entscheidend sei der ideelle Zweck des als gemeinnützig anerkannten Vereins, betont der BGH in seiner Entscheidung, die Mittel zur Verwirklichung dieses Zwecks dürfen auch durch wirtschaftliche Aktivitäten beschafft werden.

Der Berliner Trägerverein, der geklagt hatte, betreibt 11 Kindertagesstätten mit einer Größe von 16 bis 32 Kindern. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, sein Vorstand ist ehrenamtlich tätig. Der BGH hob damit ein Urteil des Kammergerichts Berlin auf. Der Berliner Kita-Trägerverein war vor dem Gericht mit seiner Beschwerde gegen die Austragung aus dem Vereinsregister gescheitert. Der BGH hat das Löschungsverfahren jetzt eingestellt und dem Verein Recht gegeben.

nna/ung

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Das geht zu weit! Kommentar zur »Corona-Notbremse«

Der Rechtsanwalt und Mediator Ingo Krampen, Bochum, veröffentlichte auf der Webseite der Kanzlei Barkhoff und Partner eine Stellungnahme zur... [mehr]

Musikszene in der Coronakrise

Eine Online-Befragung des Landesmusikrats NRW dokumentiert die problematische Einkommenssituation der Freischaffenden in der Musikbranche. [mehr]

Rechtfertigt die Gefährdung von Kindern durch COVID-19 Schulschließungen?

Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) veröffentlichten eine... [mehr]

Offener Brief

In einem offenen Brief veröffentlichten gemeinsam die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, die Bundesarbeitsgemeinschaft der... [mehr]

Projektstart: CO2ero – Schulen auf dem Weg zur Klimaneutralität

Das beim Bund der Freien Waldorfschulen angesiedelte Projekt »CO2ero – Klimaneutrale Waldorfschulen« befindet sich seit vergangenem Herbst mit sechs... [mehr]

Unterricht im Freien und pädagogische Phantasie statt Schulschließungen

Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) kritisiert die zu erwartenden vermehrten Schul- und Kitaschließungen durch das geänderte... [mehr]

Neue Fachschule zur Ausbildung von Waldorferziehern in Hamburg

Im August 2021 wird eine neue Fachschule zur Ausbildung staatlich anerkannter Waldorferzieher in Hamburg eröffnet, die ein hoher Praxisanteil... [mehr]

Memorandum zur Corona-Politik

Michaela Glöckler und Andreas Neider haben ein Memorandum für ein Umdenken in der Corona-Politik und mehr Verständnis für die Meinungsvielfalt in der... [mehr]

Quo vadis, Schule?

Der Bund der Freien Waldorfschulen stellt gemeinsam mit der Medizinischen und der Pädagogischen Sektion am Goetheanum ein Thesenpapier zur... [mehr]

Corona und kein Ende

Vor einem Jahr haben die Waldorfschulen weltweit ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Das Schuljahr 2019/20 war von vielen und erfolgreichen... [mehr]

Treffer 21 bis 30 von 1373

< Vorherige

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen