Selbstverwaltung an Waldorfschulen

Der Mensch wird am Du zum Ich

Von  Detlef Ludwig, Mai 2022

Es ist Donnerstagnachmittag. Die Schule füllt sich mit Lehrer:innen, Verwaltungsmitarbeitenden und Eltern. Fast alle sind da, die an der schulischen Selbstverwaltung mitwirken. In immer wieder wechselnden kleinen Gruppen wird künstlerisch gearbeitet. Danach wird in der großen Runde die Michaeli-Feier besprochen, bevor in kleineren Einheiten Kinderbesprechungen stattfinden und an der Reform der Stundentafel gearbeitet wird. Eine weitere Gruppe von Lehrer:innen und Mitarbeitenden beschäftigt sich mit der Frage, wie die Buchhaltung für die Schüler:innen­firma pädagogisch wirksam gestaltet werden kann.  [mehr]

Selbstverwaltung an Waldorfschulen

Gemeinsam in einem Ideal. Selbstverwaltung mit Eltern

Von  Ellen Niemann, Mai 2022

Hundert Jahre nach der Gründung der ersten Waldorfschule suchen viele Schulgemeinschaften nach Orientierung und Identität. Pädagogische Kollegien sind nicht mehr selbstverständlich bereit, sich »vollmenschlich« und mit ganzem Einsatz in die Schulen zu stellen. Eine Kombination aus einer (zu) hohen Stundenzahl und wachsenden Delegationsaufgaben scheint zu sprengen, was im Schulalltag möglich ist. In den pädagogischen Konferenzen fehlt die Zeit, sich mit den geistigen Impulsen, die aus dem Unterrichten in die Gestaltung der Schule hineinwirken sollen, zu beschäftigen. Der Arbeitsalltag an der Schule wird einer Work-Life-Balance-Analyse unterzogen und gegen Privatsphäre und Freizeit abgegrenzt. Erfüllung und Anregung kann vielleicht noch aus dem Unterrichten empfangen werden, aus der Tätigkeit in der Selbstverwaltung eher nicht.  [mehr]

Selbstverwaltung an Waldorfschulen

Rudolf Steiner und die Selbstverwaltung an der ersten Waldorfschule

Von  Tomáš Zdražil, Mai 2022

Zum Jahresende 1918 beschloss eine kleine initiative Gruppe Stuttgarter Unternehmer unter der Leitung von Emil Molt, eine Kampagne zur sozialen Erneuerung durchzuführen. Sie traf sich Ende Januar 1919 mit Rudolf Steiner in Dornach, um ihr Vorhaben konzeptionell vorzubereiten. Steiner drückte sich bei dem Treffen sehr deutlich aus: »Man müsste zuerst aus dem Geld, das man noch hat, freie Schulen gründen, um den Leuten das beizubringen, was sie brauchen.« Er betonte die Notwendigkeit eines von Staat und Wirtschaft unabhängigen Bildungswesens von der Kindertagesstätte bis zur Universität. In zahlreichen Vorträgen, Aufrufen und Aufsätzen wurde in den folgenden Monaten im Rahmen der »Dreigliederungskampagne« im Volksstaat Württemberg das Ordnungsprinzip eines »freien Geisteslebens« ausführlich begründet.  [mehr]

Waldorf & Wissenschaft

Anthroposophie in der Kritik

Von  Jost Schieren, April 2022

Ein Merkmal, das allenthalben die Corona-Zeit prägt, sind die Klüfte, Gräben und Spaltungen, die sich durch die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ziehen. Das Vokabular ist schon in der Titulierung hart und unbeugsam. Es ist von (Corona-)Leugnern, (Maßnahmen-)Gegnern und (Impf-)Verweigerern die Rede. Der an sich friedlich-unbelastete Begriff vom »Spaziergänger« und auch die bis dato eher positiv konnotierte Bezeichnung »Querdenken« sind zu Euphemismen einer Protestbewegung mutiert.  [mehr]

Waldorf & Wissenschaft

Regt Euch nicht so auf!

April 2022

Interview mit Harald Lesch. [mehr]

Waldorf & Wissenschaft

Hunger nach Anthroposophie?

April 2022

Über das Verhältnis der Anschauungen Rudolf Steiners zu den heute dominierenden pädagogischen und wissenschaftlichen Denkformen. Fragen an Wolfgang Müller, langjähriger NDR-Redakteur und Autor von Zumutung Anthroposophie. [mehr]

Waldorf & Wissenschaft

Verstand und Phantasie

Von  Hartmut Traub, April 2022

Überlegungen zu den Grundlagen der Anthroposophie und Waldorfpädagogik. [mehr]

Waldorf & Wissenschaft

Forschung aus Leidenschaft

Von  Natascha Hövener, April 2022

Anthroposophische Medizin forscht vielfältig und engagiert – und setzt gleichzeitig auf einen erweiterten Wissenschaftsbegriff. Forschung und Wissenschaft sind essentiell für die Weiterentwicklung und Innovation, aber auch für kritische Reflektion und Transparenz in der Medizin. Auf dieser selbstverständlichen Grundlage basiert auch die Anthroposophische Medizin. Allerdings wird das immer mal wieder bezweifelt. Manchmal aus Unwissenheit, manchmal aus voller Absicht. Daraus kann leicht ein Zerrbild entstehen: Die Wirksamkeit der Anthroposophischen Medizin sei nicht erwiesen, schlimmer noch, man forsche überhaupt nicht und grenze sich bewusst von modernen Forschungsmethoden ab. Beides stimmt nicht. [mehr]

Waldorf & Wissenschaft

Ist der Geschichtsunterricht an Waldorfschulen wissenschaftlich begründet?

Von  M. Michael Zech, April 2022

Die Frage, inwiefern der Geschichtsunterricht an den Waldorfschulen wissenschaftlich fundiert ist, kann nicht kurz beantwortet werden. Die Antwort hängt davon ab, in welchem Grad er vor allem in den Klassen 5 bis 8 in tradierten Inhalten und Formen befangen bleibt oder sich durch Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte an ein gewandeltes Kulturverständnis und die aktuellen Ergebnisse historischer Forschung anschließt. Einfacher ließe sich die Frage auf der Grundlage des aktuellen Lehrplans bzw. aktueller Handreichungen klären, da hier der Brückenschlag zwischen dem auf Individuation zielenden Bildungsanliegen der Waldorfpädagogik, ihrem methodisch entwicklungsorientierten Unterrichtsaufbau und dem akademischen Diskurs vollzogen wird. Die gelebte Praxis aber realisiert sich zwischen Lehrfreiheit und Lehrplanorientierung. Inwiefern der Geschichtsunterricht auf der Basis professioneller Kompetenz durchgeführt wird, hängt nicht zuletzt von der jeweiligen Schulkultur und ihren Qualitätsansprüchen ab. [mehr]

Ökologie & Nachhaltigkeit

Bis zum Mittelpunkt? Lächerlich! – Was uns von der Erde gehört

Von  Klaus Rohrbach, März 2022

Nur wenige Menschen haben bislang unsere Erde als Ganzes gesehen. Rund 600 erlebten sie bei einem Flug ins Weltall. Ausnahmslos alle gerieten dabei ins Schwärmen. Sie empfanden unseren blauen Planeten als etwas unglaublich Zartes und Lebendiges und waren berührt von seiner Schönheit. Bei vielen regte sich tiefe Ehrfurcht, mitunter sogar ein religiöses Gefühl.  [mehr]

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